Innovation
MIRS:
MIRS
™ (Modular Integrated Robotized System)
Mit MIRS™ hat Pirelli die herkömmlichen Fertigungstechnologien und -methoden für Motorradreifen vollkommen umgestellt. Der neuartige Prozess beruht in der Tat auf dem Konzept der hochflexiblen "Minifabrik", die strategisch platziert wird, sodass sie den Bedarf der Märkte optimal deckt.
Auf einer roboterbestückten Fläche von ca. 350 qm erfolgt der Produktionszyklus - mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit, nahtlos und ohne Unterbrechung von der Zubereitung der Gummimischung bis zum Fertigprodukt. Es gibt weder Handling von Halbzeug noch Zwischenlagerungsphasen und die Roboter MIRS™ erzeugen alle 3 Minuten einen Reifen.
Dadurch werden die Durchschnittsdurchsatzzeiten der Materialien (Lead Time) von 6 Tagen im herkömmlichen Prozess auf nur 72 Minuten mit MIRS™ reduziert. Da die Lagerungsphasen im Fertigungsprozess vollständig eliminiert worden sind, beschränkt sich die Produktionszone der Reifen auf eine sehr kleine Fläche. Die großen Flächen zur Lagerung enormer Rohstoff- und Produktmengen, wie sie bei der herkömmlichen Fertigung erforderlich sind, werden hier nicht mehr benötigt.
Mit der Prozesstechnologie MIRS™ ändert sich die Fertigungsmethode von Motorradreifen grundlegend, da die Produktionsphasen von 14 auf 3 reduziert werden konnten. Der Reifen wird nicht mehr in diskontinuierlichen Phasen, sondern direkt von den Robotern um eine Trommel herum gebaut, welche sich die Maschinen ohne Standzeiten und menschlichen Eingriff von "mechanischer Hand" zu "mechanischer Hand" weiterreichen. Auf dieser Trommel werden die mit Metallkordel verstärkten "Gummibändchen" progressiv auf dem Umfang und in axialer Richtung von Strangpressen aufgebracht.
Der letzte "Montage"-Roboter leitet die Trommel mit dem "Rohling" zur Vulkanisiermaschine, einem richtigen Karussell mit sechs Formen, das sich im Takt der Montage um die eigene Achse dreht und die Kontinuität der Fertigung auch in dieser Phase gewährleistet. Der vulkanisierte Reifen gelangt dann in die Fertigbearbeitung, wo ihn die letzte Produktionsphase erwartet: eine strenge Qualitätskontrolle mit Prüfgeräten mit Laseroptik.
Die Qualität der Reifen kann daher kaum mit der Qualität herkömmlicher Reifen verglichen werden: absolute Gleichförmigkeit der Struktur, keine Vibrationen oder Ungleichgewichte, maximaler Komfort beim Einsatz auf der Straße.
Diese Technologieentwicklung geht einher mit der Weiterentwicklung der Pirelli Reifen.
Der erste Motorradreifen von Pirelli, der auf der MIRS™ Technologie beruht, war der sehr erfolgreiche Diablo Corsa.
Pirelli 0°-Stahlgürtel Radialreifen
Pirelli 0°-Stahlgürtel Radialreifen sind nach der am weitesten fortgeschrittenen Technologie in der Reifenindustrie gefertigt. Dabei ist der Stahlgürtel in Drehrichtung des Reifens mit einem Winkel von annähernd 0° um den Umfang der Karkasse gewickelt. Die Vorteile durch den Einsatz von Stahlcord sind die extrem hohe Steifigkeit und die Möglichkeit, den Stahlcord mit unterschiedlichen Abständen zu wickeln, was zu einer differenzierten Steifigkeitsverteilung zwischen Schulter und Laufflächenbereich führt. Mehr Grip, eine reduzierte Aufstellneigung beim Bremsen und eine bessere Dämpfung (Verminderung von "Kickback") sind die positiven Ergebnisse.
ICS (Ideal Contour Shaping)
I.C.S. (Ideal Contour Shaping) Technologie wird im MIRS Prozeß angewendet und ermöglicht eine perfekt gleichförmige Struktur der Reifen, die die Leistung eines Reifenpaares in punkto Handling, Kontrolle und Rückmeldung deutlich verbessert.
Reifen, die mit ICS Technologie gefertigt sind, verteilen die Kräfte, die auf die Aufstandsfläche wirken, gleichmäßig auf selbige. Auf diese Weise ist die Aufwärmzeit des Reifens kürzer und eine Überhitzung bei hoher Beanspruchung, z.B. auf der Rennstrecke, wird verhindert.